Quando

 

Drei Jahre und ein Halbes hat es gedauert, bis ich erfahren konnte, was es heißt, ein richtiger Hund zu sein. Über mein altes Zuhause kann ich nicht viel sagen. Dafür aber einiges über mein Neues. Am Anfang musste ich viel lernen. Doch ich tat und tue dies heute noch sehr gerne. Allerdings brauche ich hin und wieder ein paar kleine Denkanstösse. Denn viel lieber liege ich einfach faul herum und genieße das leben oder renne umher, als sei der Teufel hinter mir her. Mein Frauchen, Herrchen und all die, die ich sehr liebe (und die mich sehr lieben) geben sich viel Mühe mit mir. Herrlich, 30 min. krabbeln von Helmut, Essen kochen lassen von Hanne, Spazieren gehen mit Karina, faul auf dem Sofa liegen mit Thorsten, und, und, und, und, ...,. Ich komme heute sehr gut mit anderen Hunden zurecht. Egal ob Weibchen oder Rüden.  Kleintiere, na ja. Da kann es schon mal vorkommen, das mir ein Häschen durch die Lappen geht. Aber wehe ich sehe es. Mittlerweile haben das meine Menschen gut im Griff bekommen. Ich lasse mich auch ohne Leine zurückrufen (ab und zu). Auch wenn dies erst beim zweiten oder dritten Mal geschieht. Bei Katzen allerdings kann ich für nichts garantieren. Gefangen habe ich zum Glück erst einen Hasen. Dieser war allerdings krank. Ich will ja nicht. Aber mein Trieb. Apropos Trieb. Aufgrund der Erfahrungen meiner Menschen mit ihrem ersten Hund (ein Kleiner Münsterländer), haben die mich doch tatsächlich zum Kastrat gemacht. Ce la vie. Bei ihrer Unterhaltung habe ich mitbekommen, das es meinen Menschen überhaupt nicht gefiel, dass ich beim ersten Treffen mein Herrchen Thorsten rammeln wollte. Zudem fand ich es toll, Decken, Kissen, und alles was in der Nähe war als mein persönlichen Liebesbesitz zu betrachten. Außerdem sagte man mir eine gewisse Dominanz nach. Heute habe ich daran kein Interesse mehr. Wie weg geschnitten.

Mein Frauchen (Karina), hat sehr viel Spaß daran, mir Tricks beizubringen. Und einige habe ich ganz gut drauf. Nicht das ihr jetzt denkt, ich bin so ne Art Zirkushund. Im Gegenteil. Aber für ein paar Leckerlis und die Freude bei meinen Menschen, wenn der Trick klappt. Warum nicht? Mittlerweile bin ich auch schon ein Agility erprobter Hund. Das macht riesig Spaß. Nur leider habe ich seit eh und je Probleme mit meiner Pfote. Deshalb hat sich das leider für mich jetzt erledigt. Trotzdem gehe ich weiterhin zur Hundeschule. Das ist auch immer lustig dort. Wenn nur dieses lernen nicht wäre. Ich glaube aber, das ich darin ganz gut bin. Die anderen Menschen schauen nämlich immer so zu mir nach dem Motto: „Der kann das aber  gut.“ Natürlich kann ich das gut. Nur zeige ich das nicht immer und schon gar nicht jedem. Dann merkt man so richtig die Verzweiflung bei meinen Menschen hochkommen. Aber Kopf hoch, dafür, dass ihr mich so spät bekommen habt, habe ich doch schon einiges gelernt.

Und jetzt kommt das Beste: Nach zwei Jahren haben sie mir einen Wunsch erfüllt namens Anni. Eine Mixhündin aus Münsterländer, Border Collie und Jack Russel? Egal. Sie ist genau richtig für mich. Tobt gerne und das noch länger als ich. Sie ist immer bei mir, wenn meine Menschen mal nicht da sind und hat ganz lustige Augen. Wir sind ein tolles Team.

So, jetzt werde ich mich zu meinen Menschen legen, da die schon Schlafen und sich immer freuen, wenn ich und Anni bei ihnen sind.

Bis dann, euer

Quando