Mein Name ist Rocky

 

 

Ich wurde am 15.06.2005 im Raum Dresden geboren. Wo genau weiß ich nicht, denn als ich 8 Wochen alt war hat mich meine Züchter ins Tierheim Dresden gebracht. Angeblich sei ich nicht schussfest - was sich aber später als Irrtum rausstellen sollte.

 

Damals hieß ich noch Adonis und wurde sofort von einer jungen Frau, die ehrenamtlich im Tierheim half in Herz geschlossen. Sie hat mich dann auch adoptiert und mir den Namen Rocky gegeben. Adonis passte wirklich nicht zu mir. Denn ich bin für einen Großen Münsterländer ein paar Zentimeter zu klein geraten und der aller mutigste Hund bin ich auch nicht. Na gut, mit Boxen hab ich zwar auch nicht viel am Hut, aber was soll’s. Am liebsten würde ich eigentlich den ganzen Tag spielen und schwimmen.

 

Das hat mein damaliges Frauchen auch mit mir ca. ein Jahr lang gemacht. Doch dann zogen wir nach Ulm. Leider hatte mein Frauchen hier eine Arbeit, bei der ich ein bisschen zu kurz kam. Sie hatte mich aber so lieb, dass sie mich sogar mit zur Arbeit genommen hat. Wir wussten aber beide, dass dies kein Dauerzustand sein konnte und ihr Chef wusste das auch. Also hat sie schweren Herzens eine Anzeige im Internet aufgeben.

 

Da bin ich dann von Andrea entdeckt worden. Sie ist als Kind mit einer Großen Münsterländer/Dalmatiner Hündin aufgewachsen und fand mich natürlich sofort klasse. Weil sie aber den ganzen Tag nicht zu hause ist, hätte ich dort das gleiche Problem gehabt. Doch fiel Andrea ihr Vater Hans ein.

  

Hans wollte immer einen Großen Münsterländer haben. Da er aber kein Jäger ist, war das immer ein bisschen schwierig. Außerdem war er noch ziemlich traurig, weil vor Anfang 2006 seine Rottweiler/Schäferhund Hündin Nicki wegen Krebs im Alter von neun Jahren eingeschläfert werden musste. Eigentlich wollte er keinen Hund mehr, weil er schon zweimal den Schmerz der Trennung erlebt hatte. Anderseits erschien ihm ein Leben ohne einen Vierbeiner aber auch sehr trist. Andrea zeigte ihm ein Foto von mir und er fand mich auf Anhieb toll. Dann haben die Beiden versucht Andreas Mutter Helga zu überzeugen, dass ich unbedingt nach Polch muss. Da Andrea sowieso zu Tom nach Ulm fahren wollte, fuhr Hans einfach mal mit. Das war im März 2007. 

Dann war es soweit. Unsere erst Begegnung. Ich zeigte mich von meiner Schokoladenseite -kam, sah und siegte. Abends haben Hans und Helga noch lange miteinander telefoniert und sich die Sache hin und her überlegt. Aber ich bin einfach ein klasse Hund, den Hans nicht mehr in Ulm zurücklassen konnte. Wohl möglich das ich wieder im Tierheim gelandet wäre. Es gab dann einen Tag später noch einige Probleme mein Frauchen zu ereichen und meine neue Familie hatte schon Angst, dass sie sich es anderes überlegt hatte. Wenn es ihr auch sehr schwer gefallen ist, hat es aber dann doch noch geklappt und ich durfte sonntags mit nach Polch.

 

Helga war erst etwas reserviert, aber mittlerweile habe ich sie auch um den Finger gewickelt. Die ersten Wochen war ich noch etwas zurückhalten und habe hin und wieder an mein altes „junges“ Frauchen gedacht. Hier in Polch bin ich tagsüber nicht alleine. Deshalb habe ich mich prima eingelebt. Abends kommt Andrea mit ihren Kinder Marléne und Jonas vorbei. Wir spielen auf der Wiese mit dem Kordelknochen (das ist mein Fasan) oder mit einer Frisbee.

 

Manchmal kommt auch Tom aus Ulm vorbei. Mit ihm kann ich dann besonders wild spielen. Das finde ich spitze. Noch lieber laufe ich über die Felder und Wiesen. Wenn ich Wasser sehe, dann muss ich unbedingt hineinspringen. Hans und Helga waren sogar schon mit mir in Urlaub an der Nordsee. Dort fand ich es ganz toll im Watt zubuddeln. Danach sah ich ziemlich schmutzig aus. Mir ist es natürlich wesentlich lieber mich in einem See sauber zu schwimmen, denn waschen, kämmen sowie Zecken entfernen kann ich gar nicht leiden.

 

Ich gehe jetzt auch mit Helga in die Hundschule. Sitz, Platz und Bleib klappt soweit ganz gut. Nur bei Fuß gehen ist noch etwas problematisch. Mich interessiert draußen  alles viel mehr als die Kommandos meines Frauchens. Mäusen auf dem Feld hinterher zujagen finde ich richtig spannend – Helga nicht.

 

Ach, übrigens in der Hundeschule macht es mir nichts aus, wenn geschossen wird. Bei Gewitter habe ich auch keine Angst. Also ich bin wohl schussfest. Warum ich ins Tierheim gegeben wurde weiß ich nicht. Ist mir auch egal! Ich bin froh dass ich jetzt hier bin, denn ich bin lieber ein Familienhund, der spielen und schmusen darf, als ein ausgebildeter Jagdhund. Soll der Jäger seine Enten doch selber aus dem Teich fischen.

 

Wau, wau – liebe Grüße Rocky

 

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