ab Mitte Juni 2009

Ich möchte heute mal Almas Tagebuch nutzen, um Stellung zu Frau Böhms Gästebucheintrag zu nehmen. Ich könnte selbstverständlich in Almas Tagebuch nur die guten Dinge schreiben, die toll klappen, um nach Außen hin den Anschein zu erwecken, dass bei uns alles easy und toll ist. Denn wer Alma live erlebt, hat keinen Zweifel daran, dass sie gut gehorcht, gerne arbeitet etc. - und da fallen so Dinge wie mit den Radfahrern auch nicht auf, weil wir ständig Radfahrer treffen und von den 100 Malen es fast immer gut geht. Aber ich denke, dass es schlicht und einfach Blendung wäre, nur die guten Dinge aufzuschreiben. Und ich möchte gerne mal das Mensch-Hund-Team kennen lernen, wo WIRKLICH immer alles perfekt läuft und der (junge) Hund keinerlei Probleme verursacht.

Liebe Frau Böhm,

anscheinend haben Sie das Buch nicht gelesen oder die DVD angeschaut, sonst
wüssten Sie, dass der Titel zwar "Anti-Jagd-Training" lautet (um kurz und knapp unsere
Zielgruppe zu erreichen), aber es in dem Training keineswegs darum geht den
Hund das Jagen zu vermiesen, sondern seine Anlagen zu nutzen, ggf. zu kanalisieren und einen
tollen Gehorsam zu erreichen. Ich fände es perfide einen Jagdhund aufzunehmen und dann mit Strafen zu versuchen ihm das Jagen "auszutreiben".
Alma arbeitet gerne und ich habe keineswegs den Eindruck, dass sie beim
Trailen, Schleppen ausarbeiten oder was auch immer wir machen, keinen Spaß
dran hat. Es mag sich viel anhören, aber letztendlich machen wir nicht alles
jede Woche und auch nichts mit speziellen Leistungsabsichten, also der
Absicht, dass Alma irgendwann eine Mantrailer-Prüfung besteht,
Agility-Turniere geht oder Sonstiges. Das heißt, wir machen diese Dinge so oft und so lange wie sie uns BEIDEN Spaß machen. Wenn die Vorbereitungen für die HZP
scheitern, dann ist das für uns kein Drama, wenn es klappt, um so besser.
Es ist typisch, dass sofort Probleme, die auftreten, auf die Haltung des
Hundes geschoben werden. Ich kann sie aber beruhigen - ein Teil der mir
bekannten und jagdlich geführten Geschwister (und die haben kein anderes
Hobby ...) haben dieselben Phasen durchlaufen. Ob das eine Frage des
Gehorsams ist? Ich glaube nicht - denn abrufbar war Alma letztendlich - nur habe ich leider zu spät reagiert. Dass
sie Radfahrer in Ruhe lässt, daran arbeiten wie gerade erfolgreich.
Ich weiß nicht, ob Sie 2 junge Hunde gemeinsam halten? Falls nicht, fehlt
Ihnen vielleicht die Erfahrung, dass das Spiel und die Action, die 2 junge
Hunde miteinander teilen, durch nichts zu ersetzen ist. Alma spielt sehr
gerne mit mir, aber die Renn- und Raufspiele, die sie mit unseren
Pflegehunden hat, die kann ich ihr leider nicht bieten - und unser 15 jähriger GM-Opi auch nicht.

Ich kann ich Ihre Aufregung nicht verstehen, komme aber
selbstverständlich Ihrer Bitte nach, aus den GM-Kontakten gelöscht zu werden.

Viele Grüße,
Pia Gröning
 

So, und nun wieder zum eigentlichen Sinn und Zweck dieses Tagebuchs:

Unser Pflegehund Bob ist nun fast 2 Wochen bei uns. Trix und Alma kommen sehr gut mit ihm zurecht. Bob ist ein sehr netter Kerl. Allerdings ist er auf den Spaziergängen extrem auf Alma fixiert, was dann so aussieht, dass er jede ihrer Bewegungen zu analysieren scheint und entsprechend aufgeregt ist. Wenn Alma angeleint in seiner Nähe läuft, entspannt er sich wieder sichtlich. Ich bin sicher, dass Bob in einem Zuhause ohne Jagdhündin, ein super angenehmer Begleiter wird. Typisch für Alma ist, dass sie in den ersten Tagen mal wieder der Meinung war, dass sie ab jetzt ja nicht mehr gemeint sein könnte mit den gegeben Kommandos. Das hat sich jetzt aber wieder gut eingespielt. Ich bin am kommenden Wochenende leider wieder außer Haus. Aber hier wird sich niemand langweilen, da Helge am Sonntag mit Alma an einem Agility-Tagesseminar teilnimmt. Helge wird wahrscheinlich größtenteils mit Alma das Agility-Training übernehmen. Das hat sich zum einen so ergeben, weil ich im Moment kaum ein Wochenende Zuhause bin. Außerdem merkt man sichtlich, dass dadurch die Beziehung zwischen den beiden deutlich intensiver wird. Alma trainiert super gerne - und so lange viel Bewegung bei der Sache ist, gibt es nichts, was sie nicht gerne macht. Der nächste Eintrag kommt wahrscheinlich erst Ende Juli nach unserem einwöchigen Urlaub auf Sylt - es sei denn, es gibt vorher noch etwas wahnsinnig Spannendes zu berichten.

 Hier kommt der angekündigte Bericht über Sylt - bzw. live von Sylt, da ich hier endlich Zeit finde wieder zu schreiben. Ganz kurz noch was zu Frau Böhms Gästebucheinträge: Ich finde es albern noch mal drauf zu antworten. Ich glaube nicht, dass man an Hand des Tagebuchs ein Bild davon hat, wie Alma letztendlich bei uns lebt. Hier stehen immer nur die Ereignisse, aber keine Tagesberichte. Wäre ja auch langweilig, weil die meisten Tage ähnlich ablaufen (Morgenspaziergang, schlafen, kleine Übungseinheit schlafen, Mittagsrunde, schlafen, Begleitung in der Hundeschule).

Vor Sylt gab es noch einen richtige Schock! Am Mittwoch konnte Alma plötzlich morgens nicht mehr den linken Vorderlauf aufsetzen. Wir mussten sie sogar zum Pinkeln raustragen. Vermutlich ist das passiert beim unter das Bett krabbeln oder rauskrabbeln. Alma schläft nach wie vor gerne unter unserem Bett, obwohl wir uns immer fragen, wie sie da überhaupt noch drunter passt (sie passt nur in Seitenlage drunter). Also bin ich mit ihr zum TA gefahren. Die Röntgenaussagen waren nicht so aussagekräftig, so dass wir weiterfahren mussten zur Tierklinik in Duisburg Asterlagen, zum orthopädischen Spezialisten. Dieser hat Alma in Narkose gelegt, um weitere Röntgenbilder zu machen. Zum Glück konnten Gelenksplitter ausgeschlossen werden, sonst wäre eine OP fällig gewesen. Allerdings war nicht klar erkennbar, ob "nur" eine Zerrung die Ursache für die Schmerzen im Karpalgelenk sind oder evtl. sogar ein Kapselabriss. Mit dickem Stützverband ausgestattet und wildstrampelnd gegen die Narkose ankämpfend sind wir dann wieder nach Hause gefahren. Wir sollten ausschließlich angeleint spazieren gehen und den Verband trocken halten. Ersteres haben wir immerhin 24 h geschafft (wobei Madame stattdessen dann Coach runter, Coach hoch und durchs Haus gerast ist), Zweiteres hat etwa 12 h geklappt. Zum Glück hatten wir Morgens eh einen Termin bei unserer super Physiotherapeutin Annett, die regelmäßig einen Blick auf Alma wirft und ich dafür auf ihre 3 (freilaufenden) Beagle. Sie hat den Verband abgenommen und Almas Gelenk einer Laserakkupunktur unterzogen und danach einen neuen drauf gemacht (der aber auch nicht lange trocken blieb, weil sämtliche Gefrierbeutel über dem Verband in kürzester Zeit bei unserer kleinen Zugmaschine versagt haben). Alma konnte bereits am nächsten Tag das Bein voll wieder verlassen. Ich muss gestehen, ich habe sie dann zwischendurch auch schon wieder laufen lassen, weil Alma an der Leine schon so immer ein Thema ist - aber eine unausgelastete Alma sorgt für lange Arme (oder ständiges Bei-Fuß-laufen). Wir haben zumindest schon unseren Urlaub ins Wasser fallen sehen, weil mit angeleinter Alma am Strand, weil sie nicht ins Wasser darf und nun nicht mehr möglichen Radtouren, waren die Aussichten nicht mehr ganz so rosig. Zum Glück wurde am Freitag von der TA bereits der Verband entfernt und das Wasserverbot aufgehoben. Wir haben Alma dann doch bereits am ersten Tag auf Sylt laufen lassen - und bis heute zum Glück keinerlei Probleme gehabt. Dafür hat Bob sich dann an den Steinen einen Ballen durchgeschnitten und liegt nun genäht und mit dickem Verband im Körbchen *seufz* Dabei hatten die beiden DEN Spaß schlechthin am Strand entlang zu fetzen und sich gegenseitig oder die Möwen zu jagen. Wir sind zum Glück in Hörnum. Hier gibt es keine Schafe, Pferde oder so, aber dafür kilometerlange Hundestrände. Alma hat sich an die Wellen und das Salzwasser nun gewöhnt und dreht täglich ihre Schwimmrunden. Ich muss wohl nicht erwähnen, dass sie die Dünen liebt? Wild scheint es kaum zu geben. Wir haben vom Autozug aus 2 Fasane gesehen, ansonsten nur Möwen, soweit das Auge reicht. Ok, wir legen es aber natürlich auch nicht drauf an und gehen entsprechend spazieren. Strandmenschen sind ein komisches Volk - sie tragen so komische bunte Aufblastiere mit sich und sind bepackt wie Esel. Das irritiert Alma ein Bissl, d.h. sie guckt sich das alles genau an. So ganz traue ich ihr nicht. Wenn sie sich erschreckt, dann ist ja leider ihre generelle Tendenz nach vorne zu gehen, statt Flucht - und das müssen wir ja nicht testen ... (d.h. nicht, dass sie beißt, sondern sie stürzt vor und bellt und schnappt schlimmstenfalls in die Luft in Richtung Füße - aber das ist schlimm genug!). Den Stadtbummel in Westerland hat sie ganz gut gemeistert. Immerhin gibt es auch in der Innenstadt Möwen, die für Ablenkung sorgen. Helge hat Alma eine Stoffmöwe mit Geräusch spendiert - das absolute Highlight ;-) Wir wohnen in einer Hapimag-Anlage. Das Personal hier ist extrem hundefreundlich. Überall gibt es Hundekekse und man kann nicht in der Lobby sitzen ohne dass die Hunde begrüßt werden.

 

Almas Lieblingsübung: Platz im Wasser

 

Vorausschicken zur Beute.

In der Heide angeleint, da Naturschutzgebiet.

Außerhalb des Naturschutzgebiets.

Während wir den Urlaub genießen, hat Opa Trix ebenfalls Urlaub bei Helges Schwester. Auto fahren an sich ist für ihn ja schon die Hölle. Sich in neuer Umgebung wohlfühlen war auch noch nie so seine Stärke. Deswegen haben wir ihn im Ruhrgebiet zurück gelassen, zumal er sich bei Frauke bestens auskennt und Labbi Djuke und Sohnemann Mika ihn dauerbeschäftigt halten - da bleibt keine Zeit für Trübseligkeiten.

Wir sind inzwischen wieder wohlbehalten Zuhause angekommen. Nächste Woche Mittwoch steht das erste "offizielle" Training am Wasser für die HZP an - mit Schuss. Ich bin gespannt, wie Alma reagiert. Bericht folgt dann ...

... und hier folgt nun der Bericht! Wir durften zwecks Training einen schönen, großen Teich in Hückelhoven (ca. 100 km) entfernt nutzen. Zuerst wurde mit einem anderen GM trainiert und zu diesem Zweck auch geschossen. Ich habe mich mit Alma etwas Abseits gehalten (vielleicht 20 m). Bereits auf diesen Schuss hat Alma reagiert indem sie zuerst geschaut hat, wo der Schuss herkam und dann hat sie sich neben mich gesetzt und war auffällig ruhig. Als sie dann dran war und wir zu der Schussstelle näher gingen, habe ich gemerkt, dass sie eher weg strebte Richtung Auto - das ist sehr ungewöhnlich, wenn wir auf einen Teich zu gehen. Sie hat dann trotzdem brav die tote Ente aus dem Wasser apportiert (am korrekten Abgeben aus dem Wasser heraus müssen wir noch arbeiten). Nachdem das einigermaßen geklappt hat, hat Frau Hochfeld in dem Moment in Distanz in die Luft geschossen, wo Alma gerade schwimmend die tote Ente packen wollte. Sie ist beim Schuss auf dem Absatz umgedreht, ohne Ente ans Ufer geschwommen und zum Auto gerannt. Sie ließ sich zwar immer wieder ans Wasser rufen, aber pendelte wieder zum Auto zurück. Weder die Ente noch Spielzeug hat sie aus dem Wasser geholt. Nach ein paar Minuten konnte sie immerhin in Ufernähe eine andere tote Ente apportieren. Etwas von der Schussstelle entfernt ging es noch besser, aber da ist sie dann immer samt Ente wieder Richtung Auto (statt zu mir) losgerannt. Also sind wir zu einer anderen Stelle des Teichs gefahren. Da hat sie dann wieder völlig unbefangen die Ente apportiert. Allerdings hat sie die Kälte des Wassers überhaupt nicht vertragen und gebibbert - obwohl es warm war und sie inzwischen nur noch sehr selten - und dann entsprechend der Außentemperaturen friert. Im Nachhinein denke ich, dass das an ihrem Gesamtzustand lag. Bei der letzten Aufgabe (Stöbern im Schilf), konnten wir nicht genau sehen, ob sie die Ente gefunden, aber nicht gebracht hat oder ob sie sie überhaupt nicht gefunden hat. Es hat dann jemand in Richtung vermutete Stelle mit einer Steinschleuder einen Stein geschleudert. Beim Geräusch der Steinschleuder hat Alma sich sofort wieder verabschiedet Richtung Auto -ebenfalls Nachwirkungen vom Schuss/bzw. sehr aussagekräftig bezüglich ihres dortigen Zustandes, da das Geräusch der Steinschleuder nicht sonderlich laut war. Also noch mal Erfolgserlebnisse produziert, indem sie eine andere Ente aus dem Wasser apportiert hat und dann war nach 3 h (natürlich nicht ständiges Üben, sondern mit Pausen) Schluss. Am Tag darauf gab's dann noch eine gesundheitliche Quittung: Auf der Morgenrunde ist mir aufgefallen, dass Almas Rute hängt. Ich hatte schon Sorge, dass sie alles noch mehr mitgenommen hat als gedacht, aber beim genauen Hinsehen stellte sich heraus, dass sie schlicht und einfach die Rute kaum anheben konnte. Sie hat eine Wasserrute/Lämmerschwanz gehabt. Das kann wohl passieren, wenn der Hund sehr aufgeregt/angespannt ist und dann schwimmen geht/sich im Wasser aufhält. Ob es nur eine kurzfristige Reaktion war oder die Globulis geholfen haben, zumindest konnte Alma im Laufe des Tages die Rute wieder immer besser bewegen. Mein Fazit: Wir werden an der HZP NICHT teilnehmen. Mal davon abgesehen, dass es uns an Übungsmöglichkeiten (= Gewässern, wo jemand schießt) fehlt, sind 6 Wochen ziemlich knapp, um Ängste zu lösen. Das heißt allerdings nicht, dass wir nicht weiter üben werden - allerdings ohne Zeitfenster. 

  Nach dem Training haben wir die Gelegenheit genutzt Almas Züchterin noch kurz Hallo zu sagen, da die Züchter ja immerhin in derselben Stadt wohnen. Das Gewusel mit Mama, Schwester Aika und Bruder Aico und auch noch Bob mittendrin war wie immer groß! Bob hat im ersten Moment glaube ich die Krise gekriegt "Noch 3 so Monster!" *lach* Dann ging das Getobe los. Das ehemalige Zuhause wurde natürlich wieder inspiziert und Knochen gesammelt. Da hat sie gegen Schwester Aika aber keine Chance. Auch mal eine gute Erfahrung, da Madame bei uns Zuhause ja hier sämtliche Knochen verwaltet. Alma freut sich immer riesig über Züchterin Sabine und kann es nicht lassen zwischendurch im Vorbeirennen sie noch mal schnell anzuspringen. Das macht sie eigentlich nur noch bei mir (also das im Vorbeirennen anspringen). Ansonsten werden zur Begrüßung nur noch Leute angesprungen, die sie aus der Welpenzeit kennt und/oder besonders gerne mag. Herr Bob hat dann das getan, was er immer tut, sich auf die Seite legen und einschlafen. Die anderen 4 sind dann abwechselnd zum Kuscheln vorbeigekommen oder zum Knochen klauen oder sie sind zum Zaun gestürmt, wenn da was Ungewöhnliches war. Mitten im Garten steht ein Schwimm-Pool - genauso einer wie bei uns auf dem Hundeplatz. Das bedurfte bei Alma und Bob Überzeugungsarbeit, diesen nicht zum Plantschen zu nutzen, wo doch auch die 3 Gastgeberhunde so brav draußen bleiben. Es war auf jeden Fall mal wieder schön die Bande wieder zu sehen und etwas Zeit zum Quatschen gehabt zu haben! Aber bis zur Zuchtschau am 16. August ist es ja auch nicht mehr lange hin, das nächste Widersehen!

Heute kommt Jana mit Herdenschutzhündin Luna für ein paar Tage zu Besuch. Luna liebt ihre Ruhe und mag es gar nicht, wenn junge Dinger respektlos an ihr ohne angemessenen Abstand von mehreren Metern vorbei flitzen. Aber davon abgesehen, freuen wir uns schon sehr! Nächsten Freitag steht der nächste Drehtermin für die 2. Auflage der Longier-DVD an. Nächste Woche Sonntag nehmen wir wahrscheinlich am Agility-Tagesseminar teil. Und am 15.8. findet unser Sommerfest statt. Also langweilig wird der August garantiert nicht - und wir werden berichten ;-)

Von links: Bruder Aico, Mama Cora, Schwester Aika

 

Es kommt immer anders als man denkt ;-) Alma ist endlich mit 20 Monaten läufig geworden. Beim Agility-Tagesseminar fing es an, dass die Herrenwelt Kopf stand und einen Tag später bestätigte der blutige Ausfluss unsere Vermutung. Im Moment sieht Almas Hintern ähnlich dem eines Pavian aus *scherz* Pünktlich zum Sommerfest hat die Standhitze begonnen. Das barg einige Problem, da wir Alma einerseits nicht mit hin nehmen konnten, sie konnte aber andererseits auch nicht mit Trix alleine bleiben. Und ohne Trix alleine bleiben haben wir noch nie getestet. Netterweise haben meine Eltern auf sie aufgepasst. Trix ist seit Sonntag Abend zu meinen Eltern umgezogen bis die Standhitze vorbei ist, denn wir haben ernsthaft Sorge, dass er noch einen Herzinfarkt vor Aufregung kriegt. Er ist zwar seit seinem 10. Lebensjahr kastriert, aber das scheint ihn nicht zu stören. Bob ist ebenfalls kastriert. Wenn Alma sich ihm förmlich aufdrängt, dann kommt er auch in Versuchung, aber er hat auch überhaupt kein Problem damit sich mit ihr im selben Raum aufzuhalten und zu schlafen.

  DasAgilityseminar hat Spaß gemacht! Alma wird immer besser und lässt sich klasse durch den Parcours führen. Inzwischen hat sie ihre Sorge vor dem Klappern des Reifen überwunden und durchspringt ihn. Aber jetzt sind erstmal 3 Wochen Pause, damit die Herren nicht abgelenkt werden. Auch sonst pausieren wir grade in allem möglichen, weil sie ein Bisschen lurig wirkt durch die Läufigkeit. Am Sonntag waren wir bei der Zuchtschau. In Absprache mit der Leitung sind wir recht spät gekommen und haben uns eher am Rand aufgehalten. Alma hat zweimal sehr gut bekommen und insgesamt den 4. Platz in der Altersklasse/Hündinnen belegt. Beim Lauf gemeinsam mit den anderen Hunden hatte sie die Rute auffällig gesenkt gehalten und wollte weg. Ich weiß nicht, ob es die Situation an sich war (obwohl sie solche Ansammlungen gut kennt und normalerweise kein Problem mit hat) oder ob sie vielleicht ekelig fand, weil die Hunde teilweise im Laufen Kot verloren haben und wir da x Male im Kreis gelaufen sind. Ansonsten gibt es dazu nichts zu schreiben, weil wir im Prinzip auch nicht viel mitgekriegt haben. Aber Helge hat fleißig Fotos gemacht. Obwohl doch ;-) Ich zitiere aus der Form- und Haarwertbeurteilung: "Eine typgerechte Hündin mit leicht aufgezogener Nierenpartie. Gangwert korrekt. Im Wesen ruhig." Da hat zumindest jemand eine Beurteilung des Hundes vorgenommen, indem er den Hund gesehen hat *hüstel-und-Wink-ans-Gästebuch*

Wo wir dann auch direkt bei einem anderen Thema sind: Ich frage mich so langsam Frau Böhm, was Sie eigentlich damit bezwecken wollen immer wieder darauf zu pochen, dass Alma ein bemitleidenswerter Hund sei, weil sie zuviel beschäftigt wird? Ergreift Sie Almas - aus Ihrer Sicht - "Überbeschäftigung" tatsächlich so emotional? Dann frage ich mich, wie es Ihnen geht, wenn Sie mal einen Blick in die Vermittlung beim Tierschutz werfen oder einfach ein paar Blicke links und rechts werfen. Was würden Sie wohl zu der GM Hündin in unserer Nachbarschaft sagen, die einmal täglich am Stachelhalsband mit 20 cm Leine im Rentnerschritt ausgeführt wird? Oder haben die Einträge auch einen anderen Zweck? Suchen Sie nach einem Plenum für Ihre Ansichten der Hundehaltung? Oder möchten Sie der Welt da draußen mitteilen, dass es Sie gibt und IHR Hund perfekt ist? Ich möchte auf jeden Fall Ihre Fähigkeit erlernen Menschen und Hunde zu beurteilen, die ich noch nie gesehen habe! Das würde meinen Job enorm erleichtern, denn dann bräuchten meine Kunden sich gar nicht mehr die Mühe machen mir ihren Hund vorzustellen. Reicht ja anscheinend ein paar Erlebnisse aufzuschreiben, so dass es möglich ist zu beurteilen, ob der Hund sich normal verhält. Aber es kommen ja eh nur die Haltungsbedingungen als Fehlerquelle in Frage ... . Faszinierend ist auf jeden Fall, dass sie Kritik üben an etwas, dass ich gar nicht ändern möchte und dann mitteilen, dass das ein Problem der Kritikfähigkeit sei. Steht in diesem Tagebuch irgendwo "Hilfe, ich komme mit meinem Hund nicht zurecht!?" Ich meine nicht. Wenn Sie es zum einen für anormal halten, dass ein pubertierender Vorstehhund im Ballungsgebiet Phasen hat, wo er Radfahrer stellt und zum anderen die Gründe auf jedem Fall bei den Haltungsbedingungen liegen müssen, dann ist das Ihre persönliche Meinung, die ich nicht teile. Wir haben jede Menge Spaß mit Alma und finden sie toll - so wie sie ist!

Bob zieht Anfang der Woche in sein neues Zuhause um - und ich mache drei Kreuze ;-) Hier auf der Homepage hat ja mal jemand ausführlich beschrieben, wie schlimm sich der eigene Hund entwickelt hat, weil ein 2. Hund hinzu gekommen ist. Wir hatten ja doch schon oft Pflegehunde, Urlaubsbetreuungen usw. in diversen Konstellationen - aber sowas wie Bob und Alma habe ich bisher auch noch nicht erlebt gehabt. Bob ist in Kombination mit Alma ein ganz anderer Hund. Er ist völlig aufgedreht, reagiert auf alles, was sie tut. Und auch Alma ist in Bobs Gesellschaft schlechter zu händeln (allerdings im vertretbaren Rahmen). Wenn man mit Bob alleine unterwegs war, dann ist er zum liebsten Hund mutiert, der plötzlich wieder brav an der Leine geht, jagdlich gesehen sich zurück hält usw. . In seinem neuen Zuhause ist er der alleinige Herrscher ;-) und wir hoffen sehr, dass er es gut haben wird!

Am 4. September geht es Richtung Süden. Zuerst ein kleiner Zwischenstopp bei Würzburg, um die 2. Auflage der Longier-DVD fertig zu machen und dann weiter nach Oberammergau ins Hotel Wolf, wo Helge und Alma sich eine schöne Woche machen, während ich tagsüber arbeite. Wir nehmen auf jeden Fall den Scooter mit, da Alma nach wie vor sehr viel Spaß am Roller ziehen hat und sich die Umgebung dort einfach anbietet. Immerhin habe ich einen Tag frei und zwischendrin findet sich auch die ein oder andere freie Stunde, so dass wir uns auf jeden Fall auf die Woche freuen.

Wir werden berichten!

 

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