(ab August 2008 / ca. 7 Monate alt bis Ende November 2008 )

 

Es gibt Neues aus der Alma Welt! Wir haben am letzten und an diesem Samstag das Hundeplatzgelände eingezäunt. Bei etwa 20 000 qm eine etwas längere Angelegenheit ... Doch Alma sieht da keinerlei Grund sich zwischendurch mal hinzulegen. Immerhin kommen und gehen doch ständig neue Spielkollegen - wer denkt da an schlafen!? Beim letzten Arbeitstag stand dann auch der Pool gefüllt bereit. Das hat die ganze Angelegenheit noch mal versüßt. Und obwohl Kollegin Floh nun wirklich kein Wasser mag, im gemeinsamen Spiel hat sie sich da doch noch überzeugen lassen ... oder war es die wilde Wasserschlange alias dem Schlauch?

Am Sonntag, den 10. August haben wir die GM Zuchtschau in Lindlar besucht und Almas Mama sowie 3 Geschwister getroffen. Wir waren natürlich nur zum Gucken da. So viele schöne Hunde an einem Fleck :-) Trotz der vielen Hunde, waren fast alle friedlich. Alma war nicht die einzige Zieh-Kandidatin, sondern stach überhaupt nicht hervor ;-) Ja ja, die Münsterländer sind in Sachen Leinenführigkeit keine Spezialisten ... Etwas schade fand ich, dass ein Teil der erwachsenen vorgestellten Hunde ziemlich durch den Ring geschliffen wurden. Dabei wurde der Kopf am Halsband hochgezogen, damit die Hunde nicht schnüffeln konnten. Vielleicht hätte man das auch durch das Kommando Fuß regeln können statt den Hund so zu würgen? Wir bekamen dann überraschend auch noch einen Mini-Auftritt und wurden als die aktuellen Junghunde vorgestellt - also Alma nicht ich.

Der August wird noch insgesamt ein aufregender Monat. Am kommenden Samstag findet unser Sommerfest statt. Dann fahren wir nach Würzburg um endlich die DVDs zu schneiden und dann stehen an den Wochenenden noch 2 Seminare an, wo Alma als Zuschauerhund mitkommt. Wir werden berichten!

 

Junghunde aus der Stockmannsmühle und vom Glockenwasser

  

von rechts: Alma, Schwester Alia nun in Holland lebend (Homepage), Bruder Aico, Mama Cora und Schwester Ayka

 

Ein Wochenende später hat unser Sommerfest stattgefunden. Alma stand im allgemeinem Interesse der Herrenwelt. Doch sie scheint nur gut gerochen zu haben. Keine Läufigkeit in Sicht! In den ersten Stunden war ich ständig in Bewegung und Alma somit auch - denn wenn sie nicht gerade einen tollen Spielpartner hat, dann sucht sie ständige Nähe. Da wir beim Longiertraining nicht soooo fleißig waren, hat Alma gezeigt, was man so mit der Reizangel machen kann. Fotos zum Fest gibt es hier.

Seit Montag ist Alma ziemlich unausgeglichen. Sie ist irgendwie "knötterich", nachts ziemlich unruhig und tagsüber auch. Ein am Wohnwagen angebundener Hund sorgte für höchste Aufregung und Gezeter an der Leine. Die Krönung war allerdings ein Radfahrer im flatternden Regencape, der angeschossen kam, während ich am Auto die Regenhose angezogen habe. Das böse Bellen hat mich hochgeschreckt und ich sah Alma, die den Radfahrer verfolgte und richtig Pedale Scheinattacken gestartet hat :-( Pfeife nicht parat und auch ein Bisschen perplex dauerte das Abrufen länger als erwünscht. Der Radfahrer war dann weg. Tja, außer Endschuldigung hätte ich ihm auch nur sagen können "Das hat sie ja noch nie gemacht!" - was zwar stimmt, aber ihn sicherlich nicht besänftigt hätte ... ;-) Die im Laufe ds Spaziergangs vorbeikommenden Radfahrer wurden wieder ignoriert, teilweise noch nicht mal eines Blickes gewürdigt. Insofern denke ich, dass es tatsächlich das flatternde Cape kombiniert mit ihrem allgemeinen Gemütszustand war ...

Nun sind wir für 4 Tage in Hausen bei Würzburg, wo das Filmteam wohnt. Ich würde ja gerne schreiben, dass alles bestens ist, aber eigentlich ist es recht anstrengend mit der Almette. Der erste Trinkversuch endete in einer Küchenüberschwemmung. Neben ihrem Trinkstil, wo mehr aus dem Maul rausläuft als im Körper ankommt, hat sie dann netterweise noch den Napf umgeschmissen *grrr* Nun steht der Wassernapf im Vorgarten und wir statten ihm regelmäßig einen Besuch ab. Der Garten ist tabu, weil darin die Kaninchen und hauseigenen Tauben leben. Die beiden Papillons identifiziert sie glücklicherweise als Hunde. Allerdings kann sie nicht mit ihnen spielen, weil eine ungelenke Bewegung schon zu Verletzungen führen kann. So ganz traue ich ihr aber auch nicht. Wenn die Papillons nicht in Sicht sind und man sie auch nicht hört und sich keiner von uns großartig bewegt - dann aber auch nur dann - kann Madame schlafen. Immerhin haben wir so am ersten Tag schon die ersten 35 Minuten der AJT-DVD geschafft .. Abends habe ich mir dann ein Fahrrad geliehen. Die Idee an sich war gut, allerdings sind wir nicht weit gekommen, da das Gewitter vorher die Wege so aufgeschwämmt hat, dass sich zwischen Schutzblech, Reifen und Bremse so viel Lehm festgesetzt hat, dass sich die Räder nicht mehr drehen konnten. Also musste ich das Fahrrad bis zur nächsten Asphaltstraße tragen und dann sehen, wie wir wieder zurück kommen. Ich brauche glaube ich nicht erwähnen, dass wir beide von oben bis unten voller Lehm waren!? So sind wir dann zum Hotel gefahren. Alma habe ich im Auto gelassen, damit ich erstmal einchecken und das Gepäck hochbringen konnte. Das Warten im Auto hat sie mal wieder ziemlich aufgeregt und so war dann auch der Abendspaziergang ... ein einziges Gerenne und Geziehe. Ich konnte sie zwar von dem Feldhasen, auf den sie zusteuerte Abpfeifen, aber danach war ihr Erregungslevel im Unendlichen. Das Hotelzimmer ist mit Teppich ausgestattet und die Bettwäsche weiß. Wie ich es befürchtet habe, ist Alma in einem unbeobachteten Moment über das Bett gesprungen und hat ihren Pfotenabdruck hinterlassen. Das Bad steht unter Wasser. Aber nun endlich liegt dieser kleine Hund schlafend in seiner Kudde und schnarcht. Sind junge Jagdhunde Hotel-tauglich??? Ich weiß nicht so recht. Na ja, uns stehen ja noch weitere Nächte hier bevor - ich werde berichten!  

Die Nacht war noch etwas anstrengend. Nachdem Alma ja recht aufgeregt eingeschlafen ist, hatte ich schon befürchtet, dass sie nachts zum Pipi machen raus muss. Das war gegen 3 Uhr dann auch der Fall. Hinterm Hotel befindet sich eine Wiese, die um das Hotel herum führt. Gegenüber liegt ein belebter Autohof. Ich habe Alma einfach mal abgeleint für den Fall, dass sie auch ihr großes Geschäft verrichten möchte. Wie Zuhause im Garten hat sie auch hier ihre Runde gedreht. Da sie dann recht schnell wieder rein kommt, bin ich schon mal Richtung Eingang gegangen. Denkste, nach einigen Minuten bin ich wieder ums haus gegangen, weil Alma nicht mehr zu sehen war. Mit dem Mund gepfiffen, gerufen und dann kam sie von sonst wo angerannt. Im Zimmer angekommen, schienen auch andere Gäste wach zu sein, zumindest gab es Geräusche im Treppenhaus, sich schließende Türen usw. . Almas Reaktion: Auf jedes Geräusch ein dunkles, leises Wuffen. *seufz* Die Nacht hat zum Tag gepasst und wenn das so weiter gehen würde, dann hätte mich das wahrscheinlich in tiefe Depressionen gestürzt ;-)))

Aber der 2. Tag hier in Hausen bei Würzburg war deutlich besser. Die Landschaft ist herrlich. Im Prinzip Felder, Wiesen mit Obstbäumen und Wald ohne Ende. Viele Wege führen hindurch. Ich habe schon einige Feldhasen gesehen - aber das Wild ist hier "angenehmer" als im Ruhrgebiet und flüchtet in vielen 100 m Entfernung, so dass Alma das nicht sieht, nur ich. Die Spuren reichen auch schon dicke aus, damit sie sich aufregt - ach ja, und Schwalben gibt es hier ähnlich wie in Brandenburg. Auf den abgeernteten Feldern kann der kleine Feger weit und schnell rennen, aber am Waldrand oder bei höherem Bewuchs muss sie in meiner Nähe bleiben und ich habe sie vorsichtshalber durch eine schleifende Leine gesichert. An das Wildgehege hat sie sich ultraschnell gewöhnt - es interessiert sie einfach nicht mehr. Auch während der Schneidearbeiten war Alma fast ein unkomplizierter, schlafender Hund. Zwischendurch bringt sie halt ihr Spielzeug, zerlegt einen Pappkarton oder beginnt verträumt am Stuhlbein zu nagen - was ich zum Glück bisher rechtzeitig gesehen habe und unterbinden konnte. Aber sie schläft auch viel. Was das Anspringen betrifft *hüstel* benimmt sie sich mal wieder daneben. Sie kennt das Filmteam ja schon vom Dreh und ein Tag reicht auch völlig aus, um sie zu mögen und entsprechend zu begrüßen, zwischendurch mal Hallo zu sagen ... Auch das im Auto Warten klappt deutlich besser. Zuhause klappte das bereits gut, wenn ich mal kurz einkaufen gegangen bin oder so. Aber mal eben den Hund ins Auto bringen und dort warten lassen endete damit, dass sie mehrere Tage nicht mehr zum Auto gehen, Geschweige denn drin einsteigen wollte. - Und das liegt nicht am Autofahren selbst, denn da entspannt sie sofort in ihrer Box und liegt bei längeren Fahrten sogar schlafend auf dem Rücken. Hier bleibt mir nichts anderes übrig als sie zwischendurch im Auto zu "parken". Sie schreit immerhin nicht mehr, wenn sie darin allein ist. Allerdings kann ich sie fast rein tragen :-(

Am dritten Tag um 6 Uhr morgens hatten wir die Begegnung der dritten Art ;-) Alma hat die Nacht durchgeschlafen *freu* Also sind wir um 6 Uhr morgens aus dem Zimmer gerannt, damit sie schnell Pipi machen kann - ich in Jeans und Latschen, Alma an langer Leine. Wir haben beide nicht damit gerechnet, dass im selben Moment ein paar Zimmer weiter ein Mann (30 bis 40 Jahre) aus dem Zimmer kommt. Alma hing eh schon vorne in der Leine und fing dann an zu knurren (in etwa 5 Meter Abstand zum Mann), ich bin etwas perplex stehen geblieben und habe sie zu mir gezogen. Der Mann drückte mir einen Spruch, dass er nicht glaubt, dass ich mit dem Hund klarkomme. Noch ziemlich schlaftrunken habe ich nur "Idiot" gezischt (hinterher ärgetr man sich ja immer keine passende Antwort auf den Lippen zu haben) und ihm einen kleinen Vorsprung gelassen bis Alma dann endlich auf der erlösenden Wiese ankam. Mir ist es ehrlich gesagt lieber, dass sie in so überraschenden Situationen knurrt statt sich zu verkrümeln. Sie hat nun mal bisher in Einfamilienhäusern gelebt, wo nicht plötzlich vor der Schlafzimmertür ein fremder Mann auftaucht ... Dann hoffen wir mal, dass dieser Tag besser weiter geht als er begonnen hat :-)

Der Tag ist noch gut geworden! Die letzten beiden Tage in Würzburg waren fast entspannt. Alma hat sich an die Umgebung gewöhnt und war im Haus sehr angenehm. Draußen musste ich meine Taktik etwas ändern. Ich habe sie in der Distanz von 30 bis 50 Metern gestoppt bzw. meistens hat sie von selbst gestoppt, aber statt sie sofort zu belohnen habe ich sie stehen bleiben lassen bis ich aufgeschlossen habe. Das klingt müßiger als es war - und hatte vor allem zur Folge, dass sie nicht wie ein aufgeregter Derwisch hin und her gerast ist und somit insgesamt etwas ruhiger war. Wir sind bei der Morgenrunde immer an einer Pferdeweide vorbeigekommen. Ab dem 3. Tag habe ich hier nicht nur die Schleppleine festgehalten sondern sie an kurzer Leine vorbei geführt. Auch das hatte bei ihr den Effekt ruhiger zu werden. Abends waren wir dann noch in Würzburg Essen. Stadtbummel kannte Alma im Prinzip noch nicht. Das hat sie etwas gestresst, so dass sie dann plötzlich 2 Minibäume (etwa 40 cm hoch) an einem Restauranteingang auf das übelste verbellt hat. Nun ja, Würzburg kenn uns jetzt auch ;-) Trotz meiner kurzen Bemühungen ließ sie sich nicht vom Gegenteil überzeugen und wir sind dann bald weiter gegangen, weil es doch etwas peinlich wurde. Im Restaurant selbst war sie dann wieder mustergültig. Allerdings habe ich der Kellnerin auch den Wassernapf aus der Hand gerissen und erklärt, dass der Hund dann doch besser Draußen trinkt ... Auch die Rückfahrt am Freitag Abend war ruhig - zumindest für Alma. Ich habe mich 4 1/2 Stunden mit 60 bis 100 km/h durch Weltuntergang-Regenfälle gequält. Trix und Alma haben dann Zuhause angekommen erstmal ihre Wiedervereinigung gefeiert. Der Opi kriegt ein neues Zusatzfuttermittel (Agili von CD-Vet) und seitdem ist er mehrere Jahre verjüngert. Die beiden haben ein wildes Zerrspiel mit einer Decke gespielt.

Am Samstag war Bibi Degn zu einem Tellington Touch Seminar für schnell erregbare Hunde zu Gast. Alma musste am ersten Tag mitkommen, da Helge einen Tag in Bremen war. Sie hat das aber ziemlich gut hingekriegt und war recht ruhig. Gut, den Raum und Seminare an sich kennt sie ja nun wirklich bereits von Anfang an. Aber vielleicht lag es auch an dem Thema. Seitdem ist sie nämlich auch Zuhause wieder angenehm ruhig. Allerdings hatte sie am Samstag Abend mit Bibis Hündin Streit. Alma wollte "nur mal" den Rucksack angucken, wo das Futter des Hundes drin war. Diese hat sich davor gestellt und geknurrt und dann gab es eine kleine Keilerei. Wir waren danach spazieren und die Damen haben sich wieder bestens beruhigt. Insgesamt fängt Alma immer vehementer an Ressourcen zu verteidigen. Leider hat sie da beim Opi Glück. Der lässt sich alles mögliche gefallen :-( Wir arbeiten dran ... Am Sonntag gab es den ersten richtigen Verlust. Ich hatte Alma Zuhause gelassen. Im Laufe des Tages hat sie dann das Stromkabel vom Laptop zerkaut, was Helge leider vergessen hatte auf den Esstisch zu stellen. Tja, sie ist gut versichert, aber ich fürchte nicht für häusliche Attacken ;-)

Im Gästebuch kam ein Eintrag einer Tagebuch-Leserin, dass Alma vielleicht so übererregt ist, weil ihr Leben zu unruhig ist. Das sehe ich auch so, es ändert aber nichts daran, dass auch ich arbeiten muss. Die Alternative sie hier zu lassen, so dass sie 9 bis 10 h täglich alleine wäre, ist nicht so doll und sie ist auch kein Hund, den jeder ohne Weiteres betreuen kann. Das ist mit dem Opi inzwischen etwas einfacher. Den nehmen netterweise meine Eltern, Schwägerin oder die Schwiegereltern. So denn, bis Anfang September wird es noch stressig bleiben und danach - zumindest für Alma - wieder ruhiger. Der nächste Bericht lässt sicher nicht auf sich warten - und Helge macht hoffentlich bald mal wieder ein paar aktuelle Fotos!

Manchmal frage ich mich, was in dem kleinen Köpfchen vor sich geht ... Nach einem kleinem Bad im Teich rennt der kleine Scheißer an mir vorbei in seine Box und legt sich da rein. 5 Minuten später gucke ich in die Richtung und sehe den kleinen Scheißer AUF seiner Box liegen und sie kaut genüsslich an einem Buch!!?? Ganz neue Sitten hier ... Gestern sind wir einen Trampelpfad entlang gelaufen: Links ein scheinbar unendliches Brombeergebüsch rechts dasselbe in 5 Meter breite, dahinter Stacheldrahtzaun und dahinter ein Schwarzbach, wo manchmal Kaninchen oder Katzen hocken. Bis gestern hätte ich geschworen, dass da wenn überhaupt noch eine Maus durch die Brombeeren passt - aber ich musste feststellen, dass auch Almas dadurch passen! Mit offenem Mund und vor Verblüffung unfähig sie zurück zu rufen, stand ich daneben, wie sie sich da durch gekämpft hat. Am Kanal angekommen ist sie einmal auf und ab gerannt und hat dann in Alma-Manier sofort angefangen zu zetern und schreien, weil sie anscheinend den Rückweg nicht gefunden hat. Das mit dem laut geben macht sie zum Glück auch, wenn sie irgendwo mit der Schleppleine festhängt.

Ansonsten scheint die Pubertät Einzug gehalten zu haben. Ich hoffe es zumindest, denn wenn das nur Vorboten sind, dann ...  naja. Alma hat Draußen das Interesse an (fremden) Menschen, potentiellen Spielkameraden usw. verloren. Auch so entfernt sie sich von sich aus immer weiter und selbstständiger. In den kaninchenreichen Gebieten muss sie nun öfter mal an einer 20 Meter Leine laufen, da sie Signale wie "Raus da!" oder auch ihre Pfiffe geflissentlich manchmal überhört ... Sie erschreckt sich im Moment viel. Leider endet das meistens in einer Aktion nach vorne. Z.B. hatten wir eine Straße weiter die Situation, dass eine Frau aus ihrem Haus kam und irgendwas an der Mülltonnen machte, die sonst da nicht stand. Durch das Geräusch und der Tatsache, dass wir eigentlich daran schon vorbei waren, sie die Frau also vorher nicht gesehen hatte, hat sie sich ziemlich erschrocken und böse gewufft. Noch 2 Tage später hat sie sich jedes Mal aufgeregt, wenn sie die Frau nur gesehen hat. Wir hatten außerdem noch weitere kritische Situationen mit Radfahrern. Einmal hat eine Radfahrerin neben uns eine Vollbremsung gemacht, weil sie nicht über die Leine fahren wollte. Ich hatte Alma zum Glück gerade festgehalten, Alma stürzte sofort laut bellend nach vorn. Ein paar Minuten später kam ein Moped-Fahrer vorbei. Die mag sie von je her nicht. Ich habe sie neben mir im Sitz-Bleib gehabt und nur an ihrem Blick gesehen, dass sie kurz davor war auszuflippen. Ok, man muss dazu sagen, dass wir täglich auf den Spaziergängen jede Menge Radfahrer & Co. treffen, so dass es letztendlich ein sehr geringer Prozentsatz ist, wo sie reagiert - zum Glück.

Die Tendenz zum Ressourcen verteidigen nimmt zur Zeit zu. Spielzeug, Futter und ich werden je nach Hund mehr oder weniger vehement verteidigt. Links ist ihr liebliches Gesicht dabei zu sehen ;-) Bei den Hunden, die sie nicht so gerne mag, geht es bis dahin, dass sie versucht wegzubeißen. Bei anderen merkt man, dass sie sich gerne dazwischen drängt. Diese Entwicklung ist nicht so wirklich überraschend, da ich das von Eika nur zu gut kenne. Jetzt heißt es bis zum Erbrechen üben, dass sie bleibt während ich einen anderen Hund begrüße, Futter oder Spielzeug gegenwärtig sind etc. . Ich möchte außerdem mit ihr üben, dass ich sie etwa 5 Meter von mir wegschicken kann und dort sie bleiben lassen kann. Da sie manchmal mit in die Gruppenstunden geht, werden wir mit dieser Problematik überdurchschnittlich oft konfrontiert. Denn die Kundenhunde möchten mich natürlich begrüßen und da wir viel mit Futter und Spielzeug belohnen, ist es meist gegenwärtig. Also wichtig, dass wir das in den Griff kriegen!

So, jetzt aber endlich mal zu den absolut überwiegenden positiven Seiten :-) Wir trailen mehr oder weniger fleißig. Sie hat unser Suchritual gut verknüpft, so dass sie jetzt auch schon sucht, obwohl sie niemanden weggehen sieht. Die Distanzen kann ich schwer schätzen. Wir sind gerade bei 500 Meter aufwärts, diverse Untergründe etc. . Alma ist absolut motiviert und sucht toll. Sie lässt sich bisher auch nicht von jagdlichen Reizen ablenken. Schauen wir mal, wie sich das entwickelt.

Heute habe ich sie mal wieder den Haustürschlüssel suchen lassen. Das macht sie toll. Das Bringen klappt noch nicht so gut, meist apportiert sie ihn einige Schritte und dann rutscht er aus dem Maul. Heute hat sie anscheinend einen generell witzigen Tag erwischt. Zumindest hat sie beim 3. Suchdurchgang einen Zwischenstopp am Teich gemacht und den Schlüssel darin versenkt. Wahrscheinlich war es eine innere Eingebung, dass ich heute ausnahmsweise vor der Suche schon die Haustür aufgeschlossen hatte und nicht wie sonst danach ... So hatte ich wenigsten Zugang zum Köcher - denn tauchen tut sie nur bis zu den Augen.

Die Tatsache, dass sie sich weniger für Menschen interessiert, hat auch Vorteile :-) Ich bin mir bei Fremden nun sehr sicher, dass sie sich nicht mehr anspringen würde (Ausnahme unser Hundeplatz, weil sie da immer so aufgeregt ist). Auch der Umgang mit Kindern ist nun nicht mehr ganz so stürmisch. Die Ressourcenverteidigung bezieht sich übrigens nur auf andere Hunde, wie man rechts auf den Foto sieht. Menschen können jederzeit an ihre Sachen dran.

Noch kurz was zu ihrem Fell. Nachdem sie fast schwarz war, wird es nun an vielen Stellen wieder heller (grau bis weiß). Wann sich das wohl mal eingependelt hat? Vom Gewicht her liegt sie jetzt bei etwa 23 kg mit 8 Monaten. Zwischendurch war sie recht dünn, so dass ich ihre Fleischration auf 800 bis 1000g am Tag hochgefahren habe plus Gemüse, jede Menge Leckerchen & Co. . Das ist ejtzt gut 2 Wochen her. Im Moment reduziere ich wieder etwas.

Obwohl viele Rüden Interesse anmelden, ist Alma bisher noch nicht läufig. Dabei warte ich dringlich darauf, da ich Mitte Oktober ein Wochenseminar in Oberammergau gebe (www.hotel-wolf.de) und Alma gerne mitnehmen möchte. Es wäre aber eine Katastrophe, wenn sie plötzlich läufig würde, da sie dann während des Kurses, beim Frühstück und beim Abendessen im Auto warten müsste, also im Prinzip den ganzen Tag. Das geht gar nicht. Hier lassen ist auch nicht so gut, zum einen weil Helge arbeiten muss und zum anderen hatten wir eigentlich geplant Trix und Alma während der Läufigkeit zu trennen. Trix wurde erst mit 10 Jahren kastriert und vom Kopf her benimmt er sich wie ein Rüde mit bester Manneskraft ... Das würde im Chaos enden! Deswegen soll er für den Zeitraum bei meinen Eltern bleiben. Es hatte ja ehrlich gesagt niemand von uns damit gerechnet, dass er Almas  Läufigkeit noch miterlebt :-) Danach wird sie kastriert.

Soviel zum aktuellen Stand :-)

 Es ist schon November und eigentlich gibt es jede Menge zu berichten, denn es war viel los. Vor einigen Wochen hatten wir für 10 Tage einen 5-monatigen GM Rüden in Pflege, den Carlson. Er hat sein Zuhause wegen einer Allergie, verloren, bei der ursprünglichen Pflegestelle mochte die Hündin ihn nicht, also ist er bei uns gelandet. Wie sich jeder sicherlich vorstellen kann, hat "die Bude hier gerockt" *lach* Einer der drei wollte immer was vom anderen, so dass ich regelmäßig für Zwangsruhe sorgen musste. Alma fand das alles genial. SO ein 24-h-Spielpartner hat schon was gehabt ... Leider hat Carlson wahnsinnig laut gespielt, so dass ich allein schon den Nachbarn zu liebe ständig für Ruhe sorgen musste, aber auch, weil die beiden sich nach einigen Minuten ziemlich hochgeschaukelt haben. Alma wollte nicht, dass Carlson an ihr Spielzeug geht, also hat sie es ihm sofort abgenommen, wenn er was hatte. Das hat ihn natürlich frustriert, erst recht, wenn er versucht hat es sich zurück zu holen und schnell erkennen musste, dass er deutlich langsamer ist. Carlson ist so ganz anders als Alma. Ruhig, zurückhaltend, schüchtern, für sein Alter sehr, sehr groß. Mit Sicherheit haben die vielen Wechsel der Bezugspersonen ihr Übriges getan. Carlson ist Öffentlichkeitstauglich. Seine Neugier hielt sich in Grenzen, so dass man ihn problemlos überall hin mitnehmen konnte - er legte sich dann halt hin und schlief. Andere Leute wurden nicht angesprungen, es wurde nicht alles mit dem Maul oder den Pfoten erkundet, so wie Alma es heute teilweise noch tut. Das einzige, Carlson ist total verfressen und hat mit allen Mitteln versucht an Essbares zu kommen. Da konnte man dann auch mal die Arbeitsplatte hochspringen. Nun lebt Carlson in der Nähe von Schwäbisch Hall in einer netten Familie. Er hat schon in seinen zukünftigen Job als Rettungshundstaffel-Liebling reingeschnüffelt :-) Wir wurden öfter gefragt, warum wir ihn nicht behalten haben. Denn er ist was Besonderes und hat einen sehr ansprechenden Charakter. Aber wer möchte schon 2 junge Vorstehhunde? Realistisch gesehen hätte er immer in Almas Schatten gestanden. Denn die Almette fordert meine ganze Aufmerksamkeit. Für Trix ist das OK, aber Carlson hat es verdient bei jemand anderem im Mittelpunkt zu stehen - und das scheint gut zu klappen!

Auf dem Weg zum Hotel Wolf haben wir Carlson in sein neues Zuhause gebracht und sind gleich in das nächste Abenteuer geschlittert. Ich habe eine Seminarwoche im Hundesporthotel (www.hotel-wolf.de)  gegeben. Im Hotel waren ca. 80 Hunde zu Gast. Ich sage nur, die ersten Nächste waren unruhig ... Oberammergau hat Alma bestens gefallen. Die weiten Wiesenflächen und die Ammer waren genau ihr Ding. Allerdings das Hotel hat sie ziemlich gestresst. So hat sie am 2. Tage begonnen viele Hunde auf den Fluren, beim Essen etc. zu verbellen. Ich hatte schon Sorge mit einer Leinenaggression nach Hause zu kommen, aber hier war der Spuk sofort wieder vorbei - zum Glück! Am letzten Abend hatten wir Pech. Als wir durch das Foyer gegangen sind, hat sich ein Hund losgerissen und von hinten auf Alma gestürzt. Sie hat sich tapfer gewährt. Danach ist sie auf den Boden zusammen gesunken und hat einen Blick gezeigt, den ich bei ihr noch nie gesehen habe, vielleicht ein Schock. ich habe die andere Hundebesitzerin gebeten, dass wir gemeinsam ein paar Meter laufen, damit Alma mit einer anderen Erinnerung als dem Kampf aus der Situation geht. Nach 10 Minuten konnte sie halbwegs entspannt neben dem anderen Hund herlaufen. Danach gab es dann noch eine Toberunde mit dem netten Viszla aus der Gruppe und so haben wir versucht das Beste aus der Situation zu machen. Davon haben wir leider schon was mit nach Hause genommen :-( Sobald ein fremder Hund uns entgegen kommt, den Alma nicht einschätzen kann, kippt sie in Jagdverhalten. D.h. sie verschwindet neben den Weg in die Büsche, scheint zu stöbern, aber kommt genau hinter dem anderen Hund wieder raus und rennt dann wie immer weiter. Gestern Abend hatten wir bei einem Kurs eine ähnliche Situation, nur dass der drohende Hund von seinem Frauchen gehalten wurde. Alma ist völlig ausgetickt und hat geschrien, ließ sich dann aber auch wieder ansprechen. Mal schauen, wie lange uns das Erlebnis noch nachhängt.

Zum allgemeinen Stand: Alma ist mit nun 10 Monaten nach wie vor nicht läufig. Die ersten Wogen der Pubertät scheinen wir inzwischen schon geschafft zu haben. Es gibt zumindest wieder mehr Tage, wo sie sehr schön gehorcht. Drinnen wird sie immer ruhiger - wobei manchmal hat sie noch so kleine Aussetzer. Dann sehe ich, wie sie aufwacht und gedankenverlorenen die Coachlehne ins Maul nimmt und daran knabbert. Sie hört sofort auf, wenn man sie anspricht. Hat sie seitdem auch nicht mehr gemacht. ich nehme an, die Lehne war das erste, was in Maulnähe war. An manchen Tagen rennt sie wie eine irre durch die Gegend und vermutet hinter jeder Hecke was Jagdbares und anderen sieht man, dass sich das Training wirklich ausgezahlt hat. Ich bin sehr gespannt, wann sich alles "normal" einpendelt. Seit Carlson nicht mehr da ist, versucht sie vermehrt Trix zu aktivieren, aber der Opi ist einfach nicht mehr fit genug für irgendwelche Spiele. Also bleibt er nur zum Kuscheln. Wir nennen Alma zur Zeit auch "die Inderin". Genau zwischen den Augen hat sie eine kahle Stelle - Milben. Die Stelle wächst und wächst. Laut TÄ werden die Milben aktiv, wenn das Immunsystem geschwächt ist. Wir dachten eigentlich, dass die Läufigkeit das verursacht, aber es war wohl doch die Mandelentzündung ... Nun warten wir darauf, dass das Immunsystem die Selbstheilung einleitet. Einmal die Woche kriegen wir Besuch vom Neffen Paul. Alma entwickelt sich noch zum Kinderhund. Mit Carlson war es einfacher, weil er ruhiger ist. Aber auch hier wird Alma immer ruhiger. Dafür mache ich mir keine Sorgen, dass sie sauer wird, wenn Paul mal wieder ziemlich herb ins Fell greift. Das wäre bei Trix bedenklich ... Ende Dezember planen wir mehrere Kurztrips und spätestens da, kommen die nächsten Alma-News!

 

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