Eika

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ZUR FORTSETZUNG 5 (April 2007)         Das Ende

Vorgeschichte:

Eika wurde 1995 auf einem Bauernhof in Herne geboren. Bald kam sie zu einer Familie mit Kindern, Katzen, Hühnern und Nagetieren. Nach 3 Jahren erlitt der Hausherr einen Arbeitsunfall mit Querschnittslähmung als Folge. Hinzu kam, dass der Vater der Hausherrin zum Pflegefall wurde. Nach einem Jahr, in dem Eika nur noch den Garten kannte, gab die Familie eine Zeitungsannonce auf. Zu diesem Zeitpunkt war mein Münsterländer Rüde Asco seit 3 Monaten verstorben. Obwohl ich erst mal keinen neuen Hund haben wollte, schaute ich mir Eika zumindest an. Vom ersten Moment an war klar, dass ich sie mitnehmen würde. Zusammen mit ihrem Stachelhalsband, einem Napf und einer Leine stieg sie ins Auto ein und auf ging es nach Essen. Diese Autofahrt werde ich nie vergessen ... Den ganzen Weg jankte sie und turnte auf dem Rücksitz herum.

Im neuen Zuhause:

 Zuhause angekommen stieg sie sehr gestresst aus, zog aber sofort den Rest der Familie in ihren Bann. Am selben Abend fuhr ich mit diesem total überdrehten Hund eine Runde Fahrrad um sie „auszupowern“. In der Nacht war sie zwar unruhig, aber doch recht erschöpft. Am nächsten Morgen fanden wir eine Pfütze im Wohnzimmer vor.

Zu allem Unglück wurde die Hundedame läufig. Die nächsten Wochen waren schrecklich! Zu dem Stress des Besitzerwechsels spielten anscheinend auch die Hormone verrückt. Eika benahm sich vollkommen unerzogen, unruhig und unerträglich. Wir spielten ernsthaft mit dem Gedanken sie wieder abzugeben. Doch rechtzeitig traten Besserungen ein. Nun konnten wir es wagen sie abzuleinen. Dies stellte sich als problemlos raus. Zu unsere Freude schien ihr Jagdtrieb eher schwach ausgeprägt. Doch je mehr sie sich einlebte, um so mehr lebte sie ihren Trieb aus.

 

Also sind wir zu einem benachbarten Hundeplatz gegangen. Meine kläglichen Versuche Eika mit Leinenruck und anderen aversiven Methoden zu erziehen, scheiterten recht schnell. Im Nachhinein vermute ich, dass ich weder mit Strafe umgehen kann noch dies für Eika eine wirkungsvolle Erziehungsmethode war.

Also auf zum nächsten Hundeplatz. Diesmal machte ich in Bochum einen Hundeplatz aus auf dem Agility angeboten wurde. Das Training basiert auf positiver Verstärkung. Doch verschiedene Scheinschwangerschaften und die später folgende Kastration hielten Eika und mich für ein paar Monate vom Training ab. Nachdem dies überstanden war, kamen wir ins Trainingsfieber. Es dauerte nur kurze Zeit, dann stellte sich heraus, dass in ihrem Ellenbogen ein Splitter war, um den herum sich Arthrose gebildet hat. Der Traum von Agility - Turnieren entfernte sich immer weiter. Nach einer OP in der Düsseldorfer Tierklinik legte sich das Humpeln.

Parallel dazu lernte ich eine Hundetrainerin kennen. Ich erzählte ihr von Eikas Arthrose und der Tatsache, dass Agi und somit auch eine Beschäftigung für Eika tabu waren. Daraufhin hat sie mir die Teilnahme an einem Clicker-Seminar empfohlen, wodurch Eika wenigstens vom Kopf her beschäftigt werden sollte. Gesagt getan. Völlig ahnungslos nahmen wir an dem Seminar teil. Es gefiel mir sehr gut, aber Clickern schien mit Eika nicht möglich. Die Seminarleitung diagnostizierte, dass Eika niemals gelernt hatte zu lernen. Auch das noch ... Ich sollte aber auf jedem Fall am Ball bleiben. Irgendwann würde es bei ihr „Click“ machen. Mehr sporadisch als wirklich überzeugt übten wir Targetting mit eine Stab und schafften es nach mehreren Monaten (!!). Nun folgte ein Misch Masch aus Clickertraining, aversiven Mitteln und absoluter Inkonsequenz. Ich wusste, dass das Clickertraining funktioniert, aber es lief etwas falsch. Durch Zufall bin ich auf eine Mailingliste mit dem Thema Clickertraining gestoßen. Anfangs war es eher ruhig in dieser Liste. Mit der wachsenden Mitgliederanzahl wuchs auch die Qualität und das Mailaufkommen der Liste. Unermüdlich wurden mir die dümmsten Anfängerfragen individuell auf mich zugeschnitten beantwortet. Zusätzlich begann ich viele Bücher zu lesen, die in der Liste empfohlen wurden. Der Stein kam sozusagen nach und nach ins Rollen und es lüftete sich täglich ein neuer Vorhang.

Im Haus klappte das Clickertraining nun wunderbar, doch die Spaziergänge waren immer noch katastrophal und verleiteten mich zwischendurch auf die aversive Schiene zurückzukehren, was mich immer wieder zurück warf. Unter den Agility – Hundeführern galt Eika (zu recht) als unerzogen. Einmal sprang sie sogar wegen einem Eichhörnchen beim Training über den Zaun und war einfach für ein paar Minuten weg. Dummerweise wurde diese Unerzogenheit mit dem Clickertraining in Verbindung gebracht. Denn ich war die einzige auf diesem Platz , die mit ihrem Hund clickerte. Ein weiterer Beweis dafür, dass es ohne Konsequenz nicht geht.

Der Durchbruch kam nach einem absolut deprimierenden Spaziergang und einer noch deprimierenderen Email an die Clicker-Liste. Es kamen viele Antworten zum Thema Anti-Jagd-Training auf Basis positiver Verstärkung. Nun kam die Schleppleine zum Einsatz. Nach nur einer Woche wurde ich durch die ersten kleinen Erfolge bestärkt weiterzumachen.

Im Sommer 2001 besuchte ich auf einem Doggenplatz ein Clicker-Seminar bei Birgit Laser als „Auffrischung“. Und wieder lüfteten sich Massen von Vorhängen. Hinzu kam ein Seminar bei Turid Rugaas zum Thema Stress und ein Tellington-Touch-Seminar.

Der jetzige Stand der Dinge besteht aus täglichen Erfolgen auf unseren Spaziergängen. Parallel dazu fangen wir in jedem Zweig der Hundesportarten mit Kleinigkeiten an. Eika lernt zu revieren, zu fährten, zu stöbern, zu apportieren, Elemente aus Dogdancing und Obedience usw. Natürlich alles mit Clicker. Beim Agi darf sie aus gesundheitlichen Gründen nur noch in der Alters-Trainings-Gruppe teilnehmen. Das macht noch mehr Spaß als früher, da sich meine Einstellung zum Thema Ehrgeiz im Hundesport grundlegend geändert hat.

Nur eines dürfen wir nicht: Training für Jagdhunde. Denn ich besitze keinen Jagdschein und Eika hat weder Papiere noch ist sie jung genug. Sehr schade.

 FORTSETZUNG 1

Der Sommer 2004 beginnt bald und es wird dringend Zeit für eine kleine Fortsetzung aus Eikas Leben! Eika wird dieses Jahr 9 Jahre alt. Sie ist nach wie vor Draußen ein sehr aktiver Hund - allerdings seit 2 Monaten mit der Unterstützung von Herztabletten.

Eikas und meine Hundeplatzkarriere endete gegen Ende des Jahres 2002. Zum einen wurde der Widerstand gegen das von mir angewendete Clickertraining immer größer, zum anderen machte ich mich als Hundetrainerin selbstständig. Doch Eika blieb nicht lange "arbeitslos". Recht schnell habe ich erkannt, dass sich Eika optimal im Problemhundtraining einsetzen lässt. Souverän begegnet sie Hunden mit Kommunikationsproblemen. Eika legt es nicht auf Auseinandersetzungen an. Wenn Streit aufkommt geht sie lieber. Sie lässt sich umgekehrt aber keine Mobbingversuche oder unhöfliches Verhalten von Junghunden gefallen. In solchen fällen setzt sie hundgerechte Grenzen. Insofern bekommt sie auch ab und zu einen Einsatz in der Welpenspielgruppe. Das findet Eika gar nicht so toll.

Parallel dazu arbeitet Eika einmal im Monat ehrenamtlich in einer Hundebesuchsgruppe im Altenheim. Sie findet die Besuche klasse, weil es Leckerchen ohne Ende gibt. Leider nimmt sie die Leckerchen manchmal etwas zu gierig. Aber ansonsten eignet sie sich wunderbar: Sie reagiert nicht auf die fremden Gerüche und Geräusche, sie akzeptiert, Rollis und Krücken, sie lässt sich liebend gerne streciheln, führt kleine Kunststücke vor. Selbst wenn eine Umarmung mal zu fest ist oder ihr eine Berührung unangenehm ist, dann geht sie lediglich weg statt ihren Unmut durch Knurren oder so zu äußern.

Eika ist mein Versuchstier für die meisten Übungen, die ich meinen Kunden vermitteln möchte. Insofern kommt ihre Beschäftigung vom Kopf her nicht zu kurz - egal ob ernsthafte Übungen, Tricks, Nasenarbeit oder anderes.

Das Jagen ist ein Thema auf das wir besonders stolz sind! Eika kann inzwischen fast überall ohne Leine laufen. Das heißt nicht, dass sich ihr Jagdtrieb im Nichts aufgelöst hat. Allerdings ist sie in fast allen Situationen ansprechbar und abrufbar!

Seit dem Mai 2003 sind wir umgezogen in eine Doppelhaushälfte mit 800 qm Garten. Der Garten ist ein erhöht liegendes Eckgrunstück. Recht schnell habe ich in einen festen Zaun investiert. Eika entwickelt im Alter von 7 Jahren einen großen Wachtrieb. Niemand kann am Grundstück vorbei gehen ohne mit lautem Gebell quittiert zu werden - nicht gerade zur Freude der Nachbarn. Wenn Eika sich Draußen aufhält, findet sie keine richtige Ruhe. Sie bemerkt jede Bewegung, jedes Geräusch. Schlafen ist Draußen undenkbar. Bei Sonnenschein wechselt sie regelmäßig zwischen Sonnen- und Schattenplätzen. Es ist faszinierend, wie heiß so ein GM-Fell werden kann.

Seit etwa einem halben Jahr wohnen 2 Katzen bei uns. Der Kater Hermann ist sehr unkompliziert und teilt inzwischen mit Eika die Couch. Katze Paula hat Angst vor Hunden. Eika geht mit Paula sehr vorsichtig um. Wo Hermann durchaus mal überrannt wird, wird um Paula ein Bogen gemacht. Dank Eikas ruhiger Art gegenüber Paula, hat sich Paula einigermaßen an Eika gewöhnt. Etwas Leberwurst hat das Restliche getan.

Zur Zeit gibt es in Eikas Leben einen Mann äh Rüden. GM Trix lebt bei meinen Eltern bis sich ein schönes Zuhause für ihn gefunden hat. Ich weiß nicht, ob Eika das versteht oder ob sie einfach rassistisch ist. Zumindest wurde Trix von Anfang an freundlich von Eika empfangen. Eika duldet ihn im Haus und hat ihm gegnüber ihren Futterneid fast ganz abgelegt. Das war bis vor Kurzem undenkbar! Selbst gut bekannte Hunde durften sich im Haus kaum bewegen. Futter musste ganz aus dem Spiel genommen werden, sonst wurde Eika zur Furie. Trotzdem macht Eika deutlich, dass sie lieber Einzelhund sein möchte. In den ersten Wochen hat sie sich eine Hinterpfote aufgebissen, sobald Trix in der Nähe war. Inzwischen hat sich das gelegt. Doch beide wollen gerne die erste Geige spielen!

FORTSETZUNG 2

Trix lebt nun seit einigen Wochen ganz bei uns Zuhause. Eika hat sich an ihn und an das Leben mit einem weiteren Hund gewöhnt. Die beiden liegen nun nebeneinander und sind völlig freundlich im Umgang miteinander. Streit gibt es bei den beiden nicht. Das liegt vielleicht auch daran, dass für Eika Futter nach wie vor eine wichtige Ressource ist. Trix bedeutet Futter nicht so viel. Eika sind hingegen bestimmte Plätze nicht so wichtig, wo Trix drauf besteht. Draußen sind die beiden nach wie vor mit Hunden jedes Geschlechts verträglich. Es gibt keine Eifersüchteleien.

Anfang August haben Eika und ich etwas Urlaub gemacht. Wir waren eine Woche in Brandenburg, genauer in Rädel. Dort haben wir unsere Freunde Jana und Frank mit Herdenschutzhündin Luna und den drei Katzen besucht. Sie wohnen auf dem Gelände einer Jugendhilfeeinrichtung. Dort gibt es auch jede Menge Tiere wie Pferde, Esel, Ziegen, Katzen usw.. Eika hat sich mal wieder tadellos benommen! Allerdings gibt es gegenüber einen Ökohof mit 2000 Hühnern in großen Gehegen. Ab und zu entwischt doch mal eins dem Zaun. Das ist für Eika zuviel, da vergisst sie ihre guten Manieren! Gegenüber liegt ein riesiger See. Wir haben das Glück einen eigenen Steg benutzen zu können, so dass täglich Schwimmen angesagt war. Wir wurden meistens begleitet von Herdenschutzhund Hugo, Langhaarschäferhündin Gina, Pekinesenmix Chei und natürlich von Luna. Die Landschaft ringsum ist herrlich. Hauptsächlich Wald mit Sandwegen. Eika hat Bekanntschaft mit einer Ringelnatter gemacht - zu meinem großen Graul! Sie  war genauso aufgeregt, als wenn ein Eichhörnchen vor ihr stehen würde. Allerdings hat sie um einiges tiefer gebellt, als ihr normaler Spurlaut. Ab und zu sind wir ausgeritten. Eika läuft sehr schön am Pferd mit. Allerdings erschreckt sie die Pferde manchmal, wenn sie aus dem Gebüsch gesprungen kommt. Rehe gibt es in Rädel wie Kaninchen bei uns in Essen. Natürlich sind sie auch spannend,a ber Eika lässt zum Glück sofort wieder ab, wenn die die Rehe sich entfernen. Insgesamt wieder mal ein sehr schöner und erholsamer Urlaub!

Eika macht mir gesundheitliche Sorgen. Schon im vergangenen Jahr war sie oft träge, fraß teilweise wenig. Seit April diesen Jahres bekommt sie täglich, 15 mg Vet Medin, ein Herzmedikament. Nun hat Eika in 5 Kg in nur einer Woche zugenommen. Seitdem habe ich die Fleischportion halbiert und das Auslaufpensum verdoppelt. Sie nimmt kein Gramm ab, aber dafür zwischendurch immer wieder zu :-(((( Sie wird immer territorialer im Bezug auf unser Haus, den Garten und ca. 1 km Umkreis. Selbst Menschen werden in diesem Umkreis angemacht. Sie wirkt auch so öfter schlecht gelaunt, ist Morgens immer sehr müde und möchte nicht spazieren gehen. Der Tierarzt hat auf die Schulddrüse getippt. Der normale Schilddrüsentest mit den Werten T4 und TSH hat nichts ergeben. Daraufhin haben wir einen erweiterten Test gemacht. Das Problem ist, dass die Richtwerte an Laborbeaglen erhoben wurden. Die Werte von Eika liegen innerhalb der Richtwerte, aber sie ist ja nun wirklich kein Laborbeagle ... Die meisten Tierärzte haben sich mit dem Thema nicht weiter beschäftigt. Und nun entscheidet sich in der nächsten Woche, ob Eika Medikamente für die Schilddrüse bekommt. Ich finde es immer schrecklich, wenn ich merke, dass es Eika schlecht geht, ich ihr aber nicht helfen kann. Die Jagdleidenschaft bleibt trotz allem bestehen. Im Moment (September 2004) ist sie wieder besonders angelenkt von den Gerüchen. Das ist aber nichts Neues, denn jedes Jahr im September ist Ausnahmemonat. Da scheinen die Ohren plötzlich auf Durchzug zu stehen. Zum Glück weiß ich inzwischen, dass diese Phase maximal bis Oktober dauert und sie dann wieder besser denn je auf meine Signale reagiert. Trotzdem Frage ich mich, ob es der Monat ist, weil sie vor ihrer Kastration mit 4 Jahren immer im September läufig wurde oder duftet der September für einen Jagdhund einfach besonders gut? Die Frage werde ich wohl nie klären können. Übrigens ist Eika seit ein paar Tagen und gestandene 9 Jahre alt. Die Zeit vergeht viel zu schnell!

Wir haben für Eika ein Spielzeug gefunden, womit sich unser Spielmuffel zumindest im Haus zu einem Spiel überreden lässt. Das Zauberding heißt Dottie. Das Dottie ist aus Plüsch und hat eine Quietsche innen drin.  Eika geht es gesundheitlich nun gut. Sie ist auf die Schilddrüsenhormone eingestellt. Geblieben ist leider ein ausgeprägter Juckreiz, der tageweise kommt und geht. Vielleicht ist es eine Allergie - wir sind noch nicht dahinter gekommen. Silvester haben Eika und Trix gut überstanden. Sie standen laut bellend mit ihrem neuen KlM-Freund Fido auf der Terrasse.

FORTSETZUNG 3

Eikas Juckreiz ist nun (Ostern 2005) auch weg. Tageweise kommt er noch mal wieder, aber das ist kein Vergleich zu vorher. Auch abgenommen hat sie nun wieder. Es scheint so als wäre sie nun richtig auf die Schilddrüsenhormone eingestellt. Sie bekommt übrigens bei 30 Kg Körpergewicht 1000 Mikrogramm L-Thyroxin am Tag. Für einen Menschen wäre das eine viel zu hohe Dosis, aber bei Hunden scheint das anders gelagert zu sein. Beim Aufräumen des Hundeordners habe ich mit vor kurzem das Ergebnis von Eikas Schilddrüsentest angeschaut. Ihre Werte lagen fast überall unter den Grenzwerten. Es ist für unseren Tierarzt eigentlich eine Blamage, dass wir sehr, sehr lange nach Eikas Problem gesucht haben, Unmengen Geld investiert haben, um kein Ergebnis zu bekommen. Erst als ich die Diplom-Biologin Dr. Ute Blaschke-Berthold und ihren Lebensgefährten Dieter Degen kennen gelernt habe und sie mich über die Schilddrüsenproblematik aufgeklärt haben, habe ich mich selbst auf die Suche begeben. Im Internet gibt es zum Glück einiges über die Schilddrüsenproblematik bei Hunden. Z.B. hier (Menüpunkt "Campus" --> Bibliothek --> Schilddrüse und Verhalten) oder hier. Mein Tierarzt wollte Eika trotzdem nicht mir Hormonen behandeln und später erst recht nicht in der Höhe. Wenn ich nicht drauf bestanden hätte, ginge es Eika wahrscheinlich noch immer schlecht in Form von Trägheit, schuppige Haut, Juckreiz, Übergewicht und insgesamt sehr gereiztes Verhalten. Auch im Punkto Füttern bin ich mit den Tierärzten aneinander geraten. Es reicht von "Sie bringen Ihren Hund mit der Frischfleischfütterung um!" bis hin zu "eine tolle Sache!". Insgesamt betrachte ich die Rolle des Tierarztes nun etwas differenzierter. Ich nehme nicht mehr gutgläubig jede Diagnose hin, stimme jeder Antibiotikumgabe zu oder kaufe jede Zusatzmittelfütterungsempfehlung. Stattdessen mache ich mich zusätzlich lieber selber schlau.

Durch Eikas Genesung ist auch ihr Interesse am Jagen wieder gestiegen. Das heißt, dass wir nun in sehr wildreichen Gebieten doch ab und zu die Schleppleine wieder rauskramen. Auch den Superschlachtruf habe ich neu aufgebaut - mit großem Erfolg! Als Belohnung kriegt Eika Leberwurst aus der Tube. Dafür tut sie doch recht viel ;-) Ein Bild der so genannten "Food-Tubes" ist rechts vom Text zu sehen. Die Dinger gibt es in Zubehörläden für Bergsteiger, Camper usw. . Normalerweise füllt man Honig oder Ketchup hinein. Das Nuckeln an der Tube findet Eika anscheinend ziemlich gut!

FORTSETZUNG 4

Bei Ebay habe ich mir ein Garten-Agility-Hürden-Set ersteigert und mit Eika ausprobiert. Kombiniert mit anderen improvisierten Geräten, haben wir einen ganzen Parcours erstellen können. Hier die Ergebnisse in Bildern:

Der erste Sprung ...

... die Kiste als improvisierter Tisch ...

... der selbstgebaute halbe Slalom und zum Schluss der Käse!

Eika fand das glaube ich ganz lustig, mal wieder in alte Agility-Zeiten zurück versetzt zu werden. Trix hat so was noch nie gemacht. Da war der erste Sprung an sich schon eine Herausforderung - erst recht für den tollpatschigen Grobmotoriker ... Auf dem Slalom Foto sieht man ihn im Hintergrund bellen. Eika und ich  überhören das inzwischen geflissentlich.

FORTSETZUNG 5

Eika ist nun 12 Jahre alt. Wenn man von einem Lebenskreis sprechen möchte, dann scheint sich dieser so langsam zu schließen. Sie scheint sich zurück zu entwickeln. Plötzlich werden wieder die Mülleimer in der Küche ausgeräumt, Bürgersteigkanten überlaufen, Signale wie "Steh" dezent überhört etc. . Situationen wie Menschenansammlungen stressen sie inzwischen ziemlich und sie reagiert mit Angst. Sie verliert auf den Spaziergängen häufiger mal die Orientierung und wirkt auch manchmal etwas verwirrt. Bei einem Menschen würde man vielleicht den Begriff "dement" nutzen.

Seit einigen Monaten macht der Körper auch nicht mehr ganz mit. 1 bis 1 1/2-stündige Spaziergänge bewältigt sie noch gerade so, es darf aber gerne auch etwas weniger sein. Wenn wir auf ihrer Lieblingshalde spazieren gehen, dann kann es auch passieren, dass sie sich vor lauter rauf und runter Rennen ziemlich überfordert. Das äußert sich dann in Muskelzittern. Das Zittern tritt inzwischen auch auf, wenn sie sich nicht sonderlich überanstrengt hat - an einem Tag war es sogar so schlimm, dass sie nicht mehr richtig vorm Napf stehen konnte und da dachte ich ehrlich gesagt schon, dass sie nicht mehr lange bei uns sein wird. Aber bisher schien das der schlimmste Tag einer schlechten Phase zu sein.

Dieses Bild ist erst vor ein paar Monaten entstanden. Das war allerdings unser endgültiger Abschluss, da wie beschrieben recht schnell die körperlichen Probleme auftraten.

Im Moment ist sie wieder bestens gelaunt und auch körperlich halbwegs beweglich. Deswegen suchen wir auf ihre alten Tage hin noch mal "Herausforderungen". Eika lernt gerade große Gymnastikbälle auf mich zu zu treiben, angelehnt an die recht neue Hundesportart Treibball. Allerdings wirklich nur angelehnt, da es bei uns deutlich langsamer zugeht als die Sportart das wohl als Ziel hat. Bilder folgen noch! Zumindest macht es der alten Dame Spaß noch ein paar neue Dinge zu erclickern und körperlich ist das Anstubsen der Bälle auch kein Problem.

 

Das Ende

An dieser Stelle wird es keine Fortsetzungen geben, denn wir mussten unsere geliebte Eika heute, am 5. Januar 2008 gegen 10 Uhr im Alter von 12 1/2 Jahren einschläfern lassen! Es war nicht ganz überraschend, denn kurz vor Weihnachten hat sie die Diagnose "Milztumor" bekommen. Das Cortison hat gut angeschlagen - bis Montag. Dann wirkte die letzte Spritze nicht mehr und auch die Schmerztabletten gaben nur einen kleinen Aufschub. Der Tumor ist heute morgen geplatzt und somit blieb uns keine Entscheidungswahl.

Und doch, auch wenn dieser Tag sich angekündigt hat - sie lässt eine große Lücke zurück. Wir vermissen Dich!

Pia, Helge & Trix